James Graham-Campbell – Viking Art

James Graham-Campbell - Viking Art

James Graham-Campbell – Viking Art

Premiere für eine neue Kategorie in unserem kleinen Blog: Literaturtipps. In dieser Kategorie möchten wir Stück für Stück einige Bücher und andere Literatur vorstellen, die wir für die Recherche und andere Zwecke nutzen.

Den Anfang macht das Buch „Viking Art“ von James Graham-Campbell. Dieses relativ neue Taschenbuch (2013 erschienen) befaßt sich ebenso wie sein deutlich älterer Namensvetter von Ole Klindt-Jensen und David McKenzie Wilson mit der Kunst der Wikingerzeit.

Zunächst – quasi als „TL;DR“ – sei gesagt: Viel günstiger kommt man vermutlich nicht an hochwertige Illustrationen der wichtigsten Kunstschätze aus dem 7. bis 11. Jahrhundert. Für schlappe 11 Euro (aktueller Preis bei einer großen Online-Buchhandlung) bekommt man mehr als 200 Seiten mit über 200 meist farbigen Illustrationen.

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Frühjahrsmarkt Haithabu

In diesem Jahr lag Ostern nicht besonders früh und nicht besonders spät, aber besonders kalt. Am Montag der Karwoche meldete Familie Barkmann von den Vorbereitungen zum Frühjahrsmarkt in Haithabu, daß erst einmal die Schneefräse für Ordnung sorgen mußte. Ob dieser ungünstigen Witterung waren wir plötzlich nicht mehr furchtbar traurig, daß es zum Lagern nicht klappte – aber ein Tagesbesuch sollte es doch sein.
Also wurden die nur leicht widerstrebenden Eltern überredet, wie in besten Teenagerzeiten Chauffeur zu spielen und ab ging es vom Ferienhaus zur Handelsmetropole an der Schlei.

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Von Mann und Weib und ihrem Schmucke…

Dieses Blog soll nicht nur Image-Präsentation und Information liefern, sondern – zumindest ist so meine Hoffnung – auch als Diskussionsanregung dienen.

Mich treibt seit einiger Zeit eine Frage um, die – natürlich – mal wieder etwas mit Authentizität zu tun hat. Na, sagen wir mal, mit „stimmiger Darstellung“, dann muß ich in diesem Beitrag das böse A-Wort nicht so häufig verwenden.
Wer sich auf dieser Seite umgesehen hat, wird unweigerlich festgestellt haben, daß wir mitnichten eine feste Grabdarstellung anstreben, d.h. es gibt nicht „das eine Grab“ in Birka, das wir nachstellen. Trotzdem möchten wir eine einigermaßen stimmige Darstellung haben. Und dazu gehört meiner Meinung nach, daß man sich soweit möglich an Dinge hält, die in Gräbern gefunden wurden, besonders beim Schmuck. (In allen nachfolgenden Behauptungen gehe ich von Birka-Fundlage aus, nicht Haithabu oder andere Orte. Alle Angaben meines Wissens nach, korrigiert mich gerne mit Angabe der Grabnummer, wenn ich irgendwo falsch liege!)

Jetzt die Gretchenfrage: Wie streng sollte man auf das Geschlecht des Begrabenen achten?

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Der Gürtel vom orientalischen Typ aus Birka Grab 716

(EDIT: Größere Überarbeitung inkl. Übersichtsfoto des vollständigen Gürtels).

In Grab 716 in Birka wurden neben Kaftanknöpfen und anderem Schmuck auch die Beschläge eines Prunkgürtels im orientalischen Stil gefunden. Solche Prunkgürtel sind von vielen östlichen Völkern, u.a. den Magyaren, aus dem Kalifat, dem Gebiet der Wolgabulgaren, der Chasaren und Awaren und der Sogden bekannt und zeigen den Status des Trägers in der (Krieger-)Hierarchie an. Eine Besonderheit der Gürtel sind die nichtfunktionalen Schmuckriemen, die teilweise bis über die Knie hinabhängen und über den Leibriemen geschlungen werden. Manche Gürtel besitzen zwei oder mehr Schmuckriemen, die teilweise sogar horizontal durch einen weiteren beschlagenen Riemen miteinander verbunden sind.

In Birka wurden mehrere Reste reich beschlagener Gürtel gefunden, einer davon typisch magyarisch und der aus Grab 716 eben orientalisch. Einen solchen wollte ich mir für letztes Jahr als Reproduktion gönnen.

Ich habe mir also jeden der insgesamt 4 verschiedenen Beschläge beim Podol jeweils einmal bestellt und eine naive Zeichnung anhand der originalen Fundzeichnungen angefertigt, um die Position der Beschläge herleiten zu können. Es war nicht ganz einfach – denn natürlich war alles Leder im Grab vergangen; die Rekonstruktionszeichnungen widersprachen sich teilweise und zu allem Überfluß waren 4 der Beschläge auch noch mit einem Lederband zusammengebunden, womöglich als Ersatzteile.

Gürtelidee zu Bj716

Gürtelidee zu Bj716

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Eine Lehne! Endlich!

Ein großer Wunsch für die nächste oder irgendeine Saison waren Möbel mit Rückenlehne. Außer, wenn man auf dem Boden sitzt, kann man sich auf Märkten nämlich nie so recht anlehnen – das Zelt gibt zu stark nach, die Bänke und Hocker sind auch lehnenlos.

Also frug der Arnulf den Tobias: „Machst Du auch feine Lagermöbel?“ Und der Tobias sprach: „Ja klar.“

Und das ist das Resultat.

Lagerbank und -tisch

Lagerbank und -tisch

Die Möbel sind aus massiver Esche gefertigt und sehr fein gearbeitet. Die Lehne an der Bank (davon haben wir zwei) ist natürlich herausnehmbar, damit eine Zweimannbank daraus wird. Danke an Tobias für die sehr schnelle und unkomplizierte Herstellung und Auslieferung 🙂

Eine Birka-Gürteltasche mit Fellbesatz

Es sind oft die kleinen Dinge im Reenactorleben, die einen nerven. Die Kleeblattfibel, die man so hübsch findet: Frauengrab, also verboten. Die Möbel aus Baumarktholz – gehen alle Naslang kaputt. Die praktische Birka-Gürteltasche: Einen Tick zu groß. Das haben wir in Stockholm bei der Besichtigung des Originals festgestellt. Mist. Also nochmal neu.

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Anatomie des Billigschwerts, Teil 1

Irgendwann vor vielen Jahren gab es mal bei einem großen Internetversand für Mittelaltersachen ein Wikingerschwert im Sonderangebot. Es sollte einen ganz kleinen Preis kosten und ich wollte mir das mal ansehen. Ob der Provenienz (ich tippe auf Fernost) hatte ich allerdings keine ganz hohen Erwartungen…

Nach dem Ordern kam dann ein schwertähnliches Gerät an, das zumindest von den Proportionen einigermaßen gefällig war, das Gewicht war aber ziemlich heftig. Etwa 1600g, wenn ich mich nicht täusche (die Erinnerung ist etwas verblaßt). Beim ersten Klingenkontakt kam Ernüchterung auf – statt einem einigermaßen metallischen Geräusch gab’s ein dumpfes „Plock“ und die Kopflastigkeit war enorm. Kein Wunder – an der Mitte der Spitze ist das Material satte 6mm dick. Dementsprechend ist die Flexibilität auch eher von der Sorte „Polenstopper“ als in einer Region wie Binns oder gar Berggeist…

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HIKG – Die Große Schlacht

Frenja hatte ihren Saisonabschluß auf der Burg Ravensberg – meiner stand mir noch bevor. Und zwar mit einem Knall – es ging auf die von der HIKG organisierte „Große Schlacht“ ins Adventon.

Die Große Schlacht ist eines der größeren Treffen von Kämpfern aus ganz Deutschland, findet quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit im mittelalterlichen Freilichtmuseum in Osterburken statt und konzentriert sich nur auf Eines: Das Kämpfen. Die Teilnahme ist nur bekannten Gruppen gestattet, was mir zunächst als unüberwindliches Hindernis schien. Meine Anfrage Mitte des Jahres wurde abschlägig beschieden.

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