[EN] Reenactorisms: The Varangian Legguard

[I think there’s a demand for an english version of this article, so I’ll translate it.]

This blog suffered from our preference of facebook lately. That has many reasons, one of them being bigger intensity and quantity of interaction (albeit not quality!). We have had a lot of discussions about reenactment topics, many of them tiring, most very interesting. One of the more tiresome topics regards a „reenactorism“, a self-perpetuating myth that has been created by reenactors and is now often taken for a fact.

In an irregular manner, I will pick up some of these reenactorism and give them a fact check.

Today: The Varangian Guard. Legguard, not Guardsman. Actually, leg and arm guard, not Guardsman. Just a couple days ago, I saw someone selling „varangian armguards“ online, and I shivered. These devices are the impersonification of reenactorisms for me. But let me begin at the beginning…. or actually at the end.

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Reenactorismen: Die Warägerschiene

Dieses Blog ist nicht zuletzt inhaltlich in den letzten zwei Jahren sehr ins Hintertreffen geraten, weil wir uns deutlich mehr auf Facebook als hier engagiert haben. Das hat viele Gründe, einer ist aber sicher die doch höhere Intensität und Quantität (wenn auch vielfach nicht Qualität) des Feedbacks. Wir haben viele interessante, teilweise auch ermüdende Diskussionen zu Reenactment-spezifischen Themen geführt. Eines davon sind immer wiederkehrende, aber nicht mit Fakten zu untermauernde Mythen des Reenactor-Daseins – die sogenannten „Reenactorismen“ oder „Reenactorisms“.

Ich werde in den nächsten Monaten immer mal wieder einige dieser Themen, die auf Veranstaltungen oder in Online-Diskussionen häufig wiederkehren, aufgreifen und auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen.

Heute: Die Warägerschiene. Just heute morgen sah ich im Facebook-Feed die Anzeige eines Händlers aus der Wikiszene, in der „Waräger-Armschienen“ zum Verkauf standen und bekam eine Gänsehaut. Handelt es sich bei diesen Gerätschaften doch um einen Gegenstand, der den Inbegriff eines Reenactorismus‘ darstellt. Aber von vorne…

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Nordtour 2014 – Prolog

Wir haben uns eigentlich vorgenommen, unsere Nordtour so schnell wie möglich zu dokumentieren. Nun ist es August und wir haben noch nicht einmal angefangen, aber sei’s drum.

Es gibt jetzt eine neue Kategorie „Nordtour 2014„. Dort werden wir so schnell wir es schaffen Artikel über unsere Tour veröffentlichen.

Dieses Jahr ging es auf die folgenden Veranstaltungen / Orte:

  • Haithabu Sommermarkt vom 11.-13.07.
  • Wikingerzentrum Ribe am 15.07.
  • Wikingermarkt Trelleborg vom 16.- 19.07.

Als Einstimmung auf die Artikel schon einmal ein paar Fotos.

Schlacht in Wolin 2014

Schlacht in Wolin

Runenstein in Ribe

Runenstein in Ribe

Kochstelle Haithabu

Unsere Kochstelle in Haithabu

Eastern Bridgefight in Trelleborg - ich bin rechts.

Eastern Bridgefight in Trelleborg – ich bin rechts. (Foto von Foto Forge)

Sonntagsprojekt: Präsentationsregal

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Frauenkram: Knochendosen, Kamm, diverse Fibeln, Posamente, Birkaglas und Armreifen

Als kleines Sonntagsprojekt habe ich – abwechselnd solo und mit Kind auf dem Arm – unsere Schmucksachen im Regal neu angeordnet. Es gibt nun zwei Regalfächer – eines mit hauptsächlich meinen, eines mit hauptsächlich Frenjas Sachen.Ich habe dann auch mal in den Quellen gesucht, um die korrekte Beschriftung für die Schmuck- und Gebrauchsgüter zu finden. Erfreulicherweise hat praktisch alles, was aus Metall ist, eine Beschriftung bekommen. Die Knochensachen sind interpretiert, mein Sax und meine Armreifen auch.

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Männertracht: Gürtel, Taschen, Sax, Waage usw.

Nächsten Sonntag suche ich dann die Vorbilder für unsere Münzreplikate raus. Das dürfte lustig werden – die Darstellungen sind ja nicht gerade fotorealistisch. 😉

James Graham-Campbell – Viking Art

James Graham-Campbell - Viking Art

James Graham-Campbell – Viking Art

Premiere für eine neue Kategorie in unserem kleinen Blog: Literaturtipps. In dieser Kategorie möchten wir Stück für Stück einige Bücher und andere Literatur vorstellen, die wir für die Recherche und andere Zwecke nutzen.

Den Anfang macht das Buch „Viking Art“ von James Graham-Campbell. Dieses relativ neue Taschenbuch (2013 erschienen) befaßt sich ebenso wie sein deutlich älterer Namensvetter von Ole Klindt-Jensen und David McKenzie Wilson mit der Kunst der Wikingerzeit.

Zunächst – quasi als „TL;DR“ – sei gesagt: Viel günstiger kommt man vermutlich nicht an hochwertige Illustrationen der wichtigsten Kunstschätze aus dem 7. bis 11. Jahrhundert. Für schlappe 11 Euro (aktueller Preis bei einer großen Online-Buchhandlung) bekommt man mehr als 200 Seiten mit über 200 meist farbigen Illustrationen.

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Frühjahrsmarkt Haithabu

In diesem Jahr lag Ostern nicht besonders früh und nicht besonders spät, aber besonders kalt. Am Montag der Karwoche meldete Familie Barkmann von den Vorbereitungen zum Frühjahrsmarkt in Haithabu, daß erst einmal die Schneefräse für Ordnung sorgen mußte. Ob dieser ungünstigen Witterung waren wir plötzlich nicht mehr furchtbar traurig, daß es zum Lagern nicht klappte – aber ein Tagesbesuch sollte es doch sein.
Also wurden die nur leicht widerstrebenden Eltern überredet, wie in besten Teenagerzeiten Chauffeur zu spielen und ab ging es vom Ferienhaus zur Handelsmetropole an der Schlei.

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„Graben für Germanien“, Focke-Museum Bremen

So, da sind wir wieder von einem ereignisreichen und fast computerfreien Wochenende. Auf dem Rückweg haben wir heute noch einen Abstecher nach Bremen zur Ausstellung „Graben für Germanien“ gemacht, die vorab von verschiedenen Bekannten hoch gelobt wurde.

Ich war ziemlich enttäuscht. Weiterlesen

Von Mann und Weib und ihrem Schmucke…

Dieses Blog soll nicht nur Image-Präsentation und Information liefern, sondern – zumindest ist so meine Hoffnung – auch als Diskussionsanregung dienen.

Mich treibt seit einiger Zeit eine Frage um, die – natürlich – mal wieder etwas mit Authentizität zu tun hat. Na, sagen wir mal, mit „stimmiger Darstellung“, dann muß ich in diesem Beitrag das böse A-Wort nicht so häufig verwenden.
Wer sich auf dieser Seite umgesehen hat, wird unweigerlich festgestellt haben, daß wir mitnichten eine feste Grabdarstellung anstreben, d.h. es gibt nicht „das eine Grab“ in Birka, das wir nachstellen. Trotzdem möchten wir eine einigermaßen stimmige Darstellung haben. Und dazu gehört meiner Meinung nach, daß man sich soweit möglich an Dinge hält, die in Gräbern gefunden wurden, besonders beim Schmuck. (In allen nachfolgenden Behauptungen gehe ich von Birka-Fundlage aus, nicht Haithabu oder andere Orte. Alle Angaben meines Wissens nach, korrigiert mich gerne mit Angabe der Grabnummer, wenn ich irgendwo falsch liege!)

Jetzt die Gretchenfrage: Wie streng sollte man auf das Geschlecht des Begrabenen achten?

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Der Gürtel vom orientalischen Typ aus Birka Grab 716

(EDIT: Größere Überarbeitung inkl. Übersichtsfoto des vollständigen Gürtels).

In Grab 716 in Birka wurden neben Kaftanknöpfen und anderem Schmuck auch die Beschläge eines Prunkgürtels im orientalischen Stil gefunden. Solche Prunkgürtel sind von vielen östlichen Völkern, u.a. den Magyaren, aus dem Kalifat, dem Gebiet der Wolgabulgaren, der Chasaren und Awaren und der Sogden bekannt und zeigen den Status des Trägers in der (Krieger-)Hierarchie an. Eine Besonderheit der Gürtel sind die nichtfunktionalen Schmuckriemen, die teilweise bis über die Knie hinabhängen und über den Leibriemen geschlungen werden. Manche Gürtel besitzen zwei oder mehr Schmuckriemen, die teilweise sogar horizontal durch einen weiteren beschlagenen Riemen miteinander verbunden sind.

In Birka wurden mehrere Reste reich beschlagener Gürtel gefunden, einer davon typisch magyarisch und der aus Grab 716 eben orientalisch. Einen solchen wollte ich mir für letztes Jahr als Reproduktion gönnen.

Ich habe mir also jeden der insgesamt 4 verschiedenen Beschläge beim Podol jeweils einmal bestellt und eine naive Zeichnung anhand der originalen Fundzeichnungen angefertigt, um die Position der Beschläge herleiten zu können. Es war nicht ganz einfach – denn natürlich war alles Leder im Grab vergangen; die Rekonstruktionszeichnungen widersprachen sich teilweise und zu allem Überfluß waren 4 der Beschläge auch noch mit einem Lederband zusammengebunden, womöglich als Ersatzteile.

Gürtelidee zu Bj716

Gürtelidee zu Bj716

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Eine Lehne! Endlich!

Ein großer Wunsch für die nächste oder irgendeine Saison waren Möbel mit Rückenlehne. Außer, wenn man auf dem Boden sitzt, kann man sich auf Märkten nämlich nie so recht anlehnen – das Zelt gibt zu stark nach, die Bänke und Hocker sind auch lehnenlos.

Also frug der Arnulf den Tobias: „Machst Du auch feine Lagermöbel?“ Und der Tobias sprach: „Ja klar.“

Und das ist das Resultat.

Lagerbank und -tisch

Lagerbank und -tisch

Die Möbel sind aus massiver Esche gefertigt und sehr fein gearbeitet. Die Lehne an der Bank (davon haben wir zwei) ist natürlich herausnehmbar, damit eine Zweimannbank daraus wird. Danke an Tobias für die sehr schnelle und unkomplizierte Herstellung und Auslieferung 🙂