Anatomie des Billigschwerts, Teil 1

Irgendwann vor vielen Jahren gab es mal bei einem großen Internetversand für Mittelaltersachen ein Wikingerschwert im Sonderangebot. Es sollte einen ganz kleinen Preis kosten und ich wollte mir das mal ansehen. Ob der Provenienz (ich tippe auf Fernost) hatte ich allerdings keine ganz hohen Erwartungen…

Nach dem Ordern kam dann ein schwertähnliches Gerät an, das zumindest von den Proportionen einigermaßen gefällig war, das Gewicht war aber ziemlich heftig. Etwa 1600g, wenn ich mich nicht täusche (die Erinnerung ist etwas verblaßt). Beim ersten Klingenkontakt kam Ernüchterung auf – statt einem einigermaßen metallischen Geräusch gab’s ein dumpfes „Plock“ und die Kopflastigkeit war enorm. Kein Wunder – an der Mitte der Spitze ist das Material satte 6mm dick. Dementsprechend ist die Flexibilität auch eher von der Sorte „Polenstopper“ als in einer Region wie Binns oder gar Berggeist…

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Work in Progress: Ledermaske für Brillenhelm

Ich habe mir spätestens auf der HIKG vorgenommen, nächste Saison irgendwas im Gesicht zu haben, um nicht ständig diesen bekloppten Beißschutz tragen zu müssen. An VK ist ohne Gesichtsschutz überhaupt nicht zu denken, selbst Huscarl birgt größere Gefahren für die Kauleiste.

Kettenbrünne vorm Gesicht wollte ich nicht, das macht zuviel Gewicht und zieht von der Schutzwirkung m.E. die Wurst nicht vom Teller. Viele Kämpfer auf der HIKG hatten eine Art hochgezogenen Polsterkragen (schwer zu beschreiben), ich wollte aber eigentlich einen Zusatz zum Brillenhelm.

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Neuer Sax von David Tumá

Heute schlug mein neuer Gebrauchssax hier auf. Gefertigt wurde das gute Stück von David Tumá aus Tschechien. Die Klinge ist ca. 40cm lang, der Horngriff mit einer Urnes-Schnitzerei verziert (jaja, ich weiß, Anachronismus, aber scheiß drauf, Urnes gefällt mir nun einmal am Besten!). Die Scheide ist mit Messing beschlagen und mit hübschen Clips für die Aufhängung verziert. Insgesamt eine feine Arbeit 🙂

Den nächsten Sax mache ich dann aber selber.

Einen ganz ähnlichen Sax + Beschlägen hat man übrigens in Birka gefunden – in Grab 581 lag ein Eisensax mit den Resten einer metallbeschlagenen Scheide. Dieser Sax ist von den Dimensionen recht an an den 40cm Klingenlänge meines Messers und hat auch eine ähnliche Klingenform.Soweit man das noch beurteilen kann…

Sax aus Birka, Grab 581

Die Montierungen sieht man in diesem Bild ganz gut:

Bild der erhaltenen Montierungen an der Saxscheide des Sax aus Grab 581 in Birka