Work in Progress: Ledermaske für Brillenhelm

Ich habe mir spätestens auf der HIKG vorgenommen, nächste Saison irgendwas im Gesicht zu haben, um nicht ständig diesen bekloppten Beißschutz tragen zu müssen. An VK ist ohne Gesichtsschutz überhaupt nicht zu denken, selbst Huscarl birgt größere Gefahren für die Kauleiste.

Kettenbrünne vorm Gesicht wollte ich nicht, das macht zuviel Gewicht und zieht von der Schutzwirkung m.E. die Wurst nicht vom Teller. Viele Kämpfer auf der HIKG hatten eine Art hochgezogenen Polsterkragen (schwer zu beschreiben), ich wollte aber eigentlich einen Zusatz zum Brillenhelm.

Also habe ich mir kurzerhand erst einmal ein Stück Kunstleder geschnappt und eine Maske geschnitten. Die sah dann so aus wie links im Bild. Auf Schönheit kam’s hier definitiv nicht an… 😉

 

 

Danach habe ich aus einem schönen bordeauxfarbenen Leder, das ich noch hatte, die Maske ausgeschnitten und… liegen gelassen bis nach der HIKG. Mittlerweile hatte ich ein 800g-Stück Bienenwachs und einen alten Kochtopf gekauft und am letzten Sonntag habe ich beide mal in der Küche zusammengeführt.

Vom Lederhärten hatte ich viele, sehr verschiedene Geschichten gehört. Horrorgeschichten, amüsante Tips („nehmt eine alte Friteuse“, sagt der Mann von Lederkram) und auch bisweilen ein „ist gar nicht so schwierig, probier es einfach“. Also ausprobieren. „Das Wachs darf nicht kochen, sonst verschmurgelt das Leder.“ Soviel wußte ich.

Ich wußte aber nicht, wie ich die viel zu große Maske in einem Stück in den viel zu kleinen Topf bekommen sollte – also habe ich improvisiert und sie Stück für Stück hineingehalten, bis sie einigermaßen vollgesogen wirkte. Dann schnell raus aus dem Topf, abtropfen lassen (den Göttern sei Dank für alte Pizzaschachteln als Unterlage!) und überzähliges Wachs abwischen. Das Ganze dann in Form biegen (au! au! heiß!), etwas auskühlen lassen und dann mit kaltem Wasser abschrecken.

Das fertige Leder ist nicht ganz so hart wie mein Handschuhleder, war aber auch von vorneherein dünner. Je dicker das Ausgangsmaterial, desto härter nach dem Wachshärten, das ist ja klar (es paßt mehr Wachs in die Poren).

Heute abend habe ich das Ganze dann mal an den Helm gehalten (den ich zuvor von Brünne und Spinne befreit hatte und die ersten Löcher für die Befestigung gebohrt. Der Helm hatte die entsprechenden Löcher bereits letzte Woche bekommen.

So sah die Maske vor dem Aufpolstern aus. Die Löcher am Rand sind für die lederne Randeinfassung. Außerdem wird durch diese Löcher die Polsterung an die Maske genäht werden.

UPDATE 19.11.2012: An einem ruhigen Abend im November habe ich mir dann ein paar Streifen alte Wolldecke gegriffen, altes Leinen drumherum und das Ganze von der Frenja nähen und steppen lassen. Danach hatte ich dann eine solide Polsterung, die zumindest bei Schlägen direkt vor die Maske ein bißchen was bringen sollte.

Danach gings dann daran, den Lederrand (etwa 1mm hellen Glattleders) dranzunähen und gleich auch die Polsterung zu befestigen. Das ist trotz Ledernadel bisweilen ein blutiges Vergnügen.

 

Nach dem Annähen mußte dann „nur noch“ die Maske an der Helmbrille befestigt werden. Dafür habe ich kurzerhand noch einige Löcher in die Maske gebohrt und dann mit viel Wachssehne gearbeitet. Ich bin nicht sicher, wie lange das hält, aber das wird man wohl einfach mal ausprobieren müssen.

 

Und das fertige Resultat sieht dann so aus wie auf dem Bild rechts. Nicht hübsch, aber hoffentlich wirkungsvoll. Das werde ich dann am Samstag wohl herausfinden…

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