HIKG – Die Große Schlacht

Frenja hatte ihren Saisonabschluß auf der Burg Ravensberg – meiner stand mir noch bevor. Und zwar mit einem Knall – es ging auf die von der HIKG organisierte „Große Schlacht“ ins Adventon.

Die Große Schlacht ist eines der größeren Treffen von Kämpfern aus ganz Deutschland, findet quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit im mittelalterlichen Freilichtmuseum in Osterburken statt und konzentriert sich nur auf Eines: Das Kämpfen. Die Teilnahme ist nur bekannten Gruppen gestattet, was mir zunächst als unüberwindliches Hindernis schien. Meine Anfrage Mitte des Jahres wurde abschlägig beschieden.

Aber dann kam Malte. Der hatte mit seinen Freunden aus seinem alten Wirkungskreis eine Anmeldung durchbekommen und konnte mich noch „einschleusen“. Also ging es am Freitag Vormittag mit wenig Gerödel in einem Auto nach Süddeutschland. Die vierstündige Tour bei mittelbeschissenem Wetter endete dann auf dem alten Gutshof, der heute das Adventon (übrigens wohl im Besitz des Karfunkel-Verlegers) beherbergt. Dort hatten schon ein ganzer Stapel Leute ihre Zelte aufgebaut und wir taten dasselbe. Währenddessen wurde auf dem Trainingsplatz trotz mittlerweile strömenden Regens fleißig trainiert.

Nach dem Aufbau also schnell die unvermeidliche Haftungsfreistellung unterschrieben, in Fechtmaske und Lamelle geschlüpft und ab zum „Maskenball“. Also: Linienkampf mit Kopf als Trefferzone. Da gabs dann direkt von Ansgar den Ger in die Fresse und das Trainingswochenende ging gut los.

Überhaupt waren jede Menge inzwischen „Alte Bekannte“ auf der Großen Schlacht, mit denen wir in dieser Saison schon auf die eine oder andere Art zu tun hatten. Viele der Schleswiger Truppe waren da und auf Händlerseite unter anderem David Tuma und Wojmir. Auch viele bekannte Gruppen waren zugegen: Einwic mit einem großen Kontingent, die Bucinobanten, Heydenwall (meinen Helm habe ich in Friedrichs Kurs gebaut), Ulvenruging, die Jomswikinger, RCFK, die Harier etc.

Am Samstag ging dann das Programm los: Ab 11 wurde trainiert und um 14:30 bis 15h sollten sieben Schlachtdurchgänge folgen. Die Schlachtordnung wurde Samstag ausgewürfelt und das ganze WE beibehalten. Wir, also die kleine Truppe bestehend aus meinen Gastgebern Mattes und Stephan, meinen Zeltgenossen Gerrit und Malte, „Gimli“ (praktischerweise im Zivilberuf Unfallchirurg), zwei Redwall-Männern und einem Mann von Ferguna (auch eine sächsische Gruppe) wurden wir als Entsatz eingesetzt – quasi die „Entsachsungstruppe“.Auf unserer Seite waren u.a. die Bucinobanten, die Bayern und (am Sonntag) Ziuzinir – uns gegenüber standen Ulvenruging, Einwic, Joms und die Kölner vom RCFK.

Das Training war samstags wie sonntags sehr fordernd, aber unglaublich safe und fast immer sehr fair. Während am Samstag die Lines im Training genauso unausgewogen waren wie später in der Schlacht, war es am Sonntag besser verteilt. Während des Samstagstrainings sagten die Organisatoren durch: „Wir haben jetzt 198 Kämpfer auf dem Platz“, was mit allgemeinem Jubel bedacht wurde. So viele Wikikämpfer (denn es gab nur die, keinen einzigen Homi/Spämi) hatte ich noch nie auf einen Haufen gesehen.

Bei der samstäglichen Schlacht hatte meine Seite keine Schnitte – wir verloren 8:0 und ich verbrachte große Teile der Veranstaltung liegend. Aber den Spaß war es wert – und viele wertvolle Line-Erfahrungen wogen die Niederlage auf. Trotz gegenteiliger Vorhersage hielt sich das Wetter den ganzen Tag über wacker.

Samstag Abend wurde dann in fröhlicher Runde in der Gastronomie des Adventon gefeiert und der eine oder andere Schnaps floß durch die durstigen Kämpferkehlen. Ich habe mich dann so gegen 01:00 verabschiedet, nachdem es wieder zu regnen begonnen hatte.

Sonntag nach dem Frühstück wurden die Schnapsleichen wiederbelebt und ab gings wieder auf den Trainingsplatz. Einige Stunden (die dank der ausgewogeneren Lines noch mehr Spaß machten als am Samstag) später gingen dann die Schlachtdurchgänge weiter. Und wer hätte es gedacht: Im letzten Durchgang schafften wir dann sogar noch das 15:1. Naja. Zumindest nicht zu Null verloren.

Nach der letzten Schlacht fielen dann die Zelte und das Gerödel wurde ein letztes Mal ins Auto geschleppt. Saisonende!

Die Große Schlacht hat mir sehr, sehr gut gefallen. Die gesamte Atmosphäre hatte wirklich etwas von einem der auf Märkten so viel beschworenen „Heerlager“; in den Kampfpausen wurde überall Rüstung repariert und alles außer Kämpfen war wirklich Nebensache. Nebenbei konnte ich viele Leute persönlich kennenlernen, mit denen ich sonst nur auf Umwegen gesprochen hatte (z.b. den Hersteller meiner Kampfhandschuhe).
Die Orga war klasse, alles war auch ohne großes Rumräumen stets „a“ und meine Lagergenossen waren sehr nett. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für die freundliche Aufnahme!

Ein paar Videos:


Hier noch meine fünf Bilder, mehr gibt es u.a. auf Facebook.

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