Sonntagsprojekt: Präsentationsregal

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Frauenkram: Knochendosen, Kamm, diverse Fibeln, Posamente, Birkaglas und Armreifen

Als kleines Sonntagsprojekt habe ich – abwechselnd solo und mit Kind auf dem Arm – unsere Schmucksachen im Regal neu angeordnet. Es gibt nun zwei Regalfächer – eines mit hauptsächlich meinen, eines mit hauptsächlich Frenjas Sachen.Ich habe dann auch mal in den Quellen gesucht, um die korrekte Beschriftung für die Schmuck- und Gebrauchsgüter zu finden. Erfreulicherweise hat praktisch alles, was aus Metall ist, eine Beschriftung bekommen. Die Knochensachen sind interpretiert, mein Sax und meine Armreifen auch.

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Männertracht: Gürtel, Taschen, Sax, Waage usw.

Nächsten Sonntag suche ich dann die Vorbilder für unsere Münzreplikate raus. Das dürfte lustig werden – die Darstellungen sind ja nicht gerade fotorealistisch. 😉

Blechbeschlagene Gürteltasche aus Birka

Ein weiteres Sommer-Herbst-Projekt ist in den vergangenen Wochen trotz Babystreß tatsächlich fertig geworden: Ein blechbeschlagenes Gürteltäschchen aus Birka.

Klappenblech der Tasche aus Birka Bj819

Klappenblech der Tasche aus Birka Bj819 (Foto: SHM)

Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine Interpretation der in Grab 819 gefundenen Gürteltasche bzw. des Rests. Gefunden wurde das Taschenblech nebst den Beschlägen, die auf das Blech genietet waren, sowie Reste von Leinen, das in der Tasche wohl Fächer gebildet hat. Die Tasche ist in Birka II, Band 1 sehr gut beschrieben, auf S. 151f. findet sich eine Analyse ihres Aufbaus und ihrer Funktion. Es handelte sich wohl um eine Art Schütt-Tasche, um Hacksilber und Kleingeld aufzubewahren, und ich habe mich mangels anderer Einsatzmöglichkeiten auch bei meinem Versuch einer Reproduktion an diese Funktion gehalten. Weiterlesen

James Graham-Campbell – Viking Art

James Graham-Campbell - Viking Art

James Graham-Campbell – Viking Art

Premiere für eine neue Kategorie in unserem kleinen Blog: Literaturtipps. In dieser Kategorie möchten wir Stück für Stück einige Bücher und andere Literatur vorstellen, die wir für die Recherche und andere Zwecke nutzen.

Den Anfang macht das Buch „Viking Art“ von James Graham-Campbell. Dieses relativ neue Taschenbuch (2013 erschienen) befaßt sich ebenso wie sein deutlich älterer Namensvetter von Ole Klindt-Jensen und David McKenzie Wilson mit der Kunst der Wikingerzeit.

Zunächst – quasi als „TL;DR“ – sei gesagt: Viel günstiger kommt man vermutlich nicht an hochwertige Illustrationen der wichtigsten Kunstschätze aus dem 7. bis 11. Jahrhundert. Für schlappe 11 Euro (aktueller Preis bei einer großen Online-Buchhandlung) bekommt man mehr als 200 Seiten mit über 200 meist farbigen Illustrationen.

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Willkommensgeschenke für den Nachwuchs

Obwohl unser Nachwuchs noch nicht auf der Welt ist, hat er bereits einiges an Gewandung im Schrank. Neben Tunika, Rushose und wendegenähten Schuhen, einem beschlagenen Gürtel und einem Holzschwert (!), hat er seit heute auch seine erste nadelgebundene Mütze und ein Paar genadelter Socken.

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Zu verdanken hat er warme Ohren und Füße der lieben franko-alamannischen Sandra. (Von der ich die Naalbinding-Wolle auch immer sehr gerne mag.)

„Wikingertage“ im AFM Oerlinghausen 2013

Am 14. und 15.09. waren in diesem Jahr die „Wikingertage“ im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen.
Im letzten Jahr war das eine meiner liebsten Veranstaltungen, da das Gelände wunderschön, die Darsteller super und der Umgang miteinander sehr familiär war. Zudem merkte man, dass es die Museumsbesucher gewöhnt sind, dass es dort Mitmach-Aktionen gibt und man ganz viele Fragen stellen darf.
Wirklich interessierte Gäste sind einfach viel spaßiger als die „Vorbeiläufer“, die einen nur aus der Entfernung zootierähnlich und verschämt anschauen und dabei so weit entfernt bleiben, dass man fast auf einen Fernstecher wartet.

Obwohl uns die Veranstaltung im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hat und wir auch gerne hätten wiederkommen dürfen, haben wir dieses Mal davon Abstand genommen. Einfach, weil ich, Frenja, im 9. Monat schwanger ein ziemliches Mobilitätshindernis bin und zudem mit den üblichen Zipperlein zu kämpfen habe, die dieser Status mit sich bringt. Sehr schade, aber nicht anders machbar.

Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, zumindest als Tagesgäste, wenn auch in zivil, vorbeizuschauen. Es hatte am Vortag geregnet und das Gelände war teilweise doch sehr rutschig, was uns in der Entscheidung bestätigte, nicht hochschwanger dort aufzubauen. Ein Sturz wäre jetzt eher ungünstig.

Die Veranstaltung war so atmosphärisch wie beim letzten Mal. Die Modenschau moderiert durch Sylvia Crumbach wieder toll und für uns eine schöne Gelegenheit, uns von befreundeten Händlern und Darstellern bis zur kommenden Saison zu verabschieden. Für uns ist nun schon „Winter“ und die nächste Saison wird dank erwartetem Nachwuchs sicher sehr spannend für uns.

Eine witzige Kleinigkeit gab es dann doch noch. Und zwar nahm sich Arnulf das Veranstaltungsmagazin der „Wikingertage“ mit und klappte es in der Mitte auf.
Die dortige Doppelseite zierte ein uns bekanntes Gesicht: Meins!
Die Fotografie zeigt mich auf der Modenschau des Vorjahres, komplett in Gedanken vertieft. Hätte ich gewusst, dass ich so irgendwo abgedruckt würde, hätte ich meine Schürze vorher gebügelt!

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Grundausstattung für den Nachwuchs

Der eine oder andere Leser wird schon mitbekommen haben, daß wir im Oktober – rechtzeitig zur HIKG – Nachwuchs erwarten. Und der wird bereits fröhlich eingekleidet… Von Neustadt-Glewe habe ich wendegenähte Babyschuhe von Snorri mitgebracht und auf dem Hábrok-Markt habe ich eine Gürtelgarnitur magyarischer Machart bei Vlad von den Silverwolf erstanden.
Dazu wurde heute Babykleidung von Othala Craft geliefert – allerdings in verschiedenen Größen. Die Tunika wird der Junior bereits abgelegt haben, wenn er in die Pluderhosen reingewachsen ist.
Trotzdem niedlich.
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Ein über-lebensgroßer Wikinger

Auf dem Heerbann wurden viele gute Fotos gemacht, Unter anderem eines von Arnulf und seinen Kampfgefährten vor geradezu epischer Wolkenkulisse.
So ein Bild ist natürlich eine tolle Erinnerung an ein solches Wochenende. Und nebenbei ein schönes Mitbringsel für die daheimgebliebene Freundin!

Es wäre viel zu schade, so ein Foto auf irgendeiner Festplatte verstauben zu lassen, weshalb Arnulf schon zu Beginn den Wunsch hatte, das Bild auszudrucken und irgendwo aufzuhängen.
Final blieb es dann nicht bei „ausdrucken“ und „irgendwo aufhängen“, denn im Wohnzimmer gab es noch eine große, viel zu weiße, Altbauwand.

Jetzt nicht mehr.

Frisch geliefert und ausgepackt lehnt die Leinwand am Esstisch

Frisch geliefert und ausgepackt lehnt die Leinwand am Esstisch

Der zivile Wikinger und sein übergroßes Ebenbild

Der zivile Wikinger und sein übergroßes Ebenbild

Der „Ausdruck“ wurde ein Leinwandbild auf Keilrahmen in der Größe 2,0m * 1,5m. Bestellt haben wir das Bild bei Poster-XXL und beim Preis lohnt es sich noch deutlicher als sonst, online nach einem Rabatt-Code zu gucken.
Trotzdem bleibt es weder das günstigste Souvenir von einer Veranstaltung, noch die günstigste Wanddekoration. Wohl aber eine sehr individuelle und persönliche.

Das geniale Foto wurde von The Foto Forge gemacht. Vielen Dank dafür!

Frühjahrsmarkt Haithabu

In diesem Jahr lag Ostern nicht besonders früh und nicht besonders spät, aber besonders kalt. Am Montag der Karwoche meldete Familie Barkmann von den Vorbereitungen zum Frühjahrsmarkt in Haithabu, daß erst einmal die Schneefräse für Ordnung sorgen mußte. Ob dieser ungünstigen Witterung waren wir plötzlich nicht mehr furchtbar traurig, daß es zum Lagern nicht klappte – aber ein Tagesbesuch sollte es doch sein.
Also wurden die nur leicht widerstrebenden Eltern überredet, wie in besten Teenagerzeiten Chauffeur zu spielen und ab ging es vom Ferienhaus zur Handelsmetropole an der Schlei.

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„Graben für Germanien“, Focke-Museum Bremen

So, da sind wir wieder von einem ereignisreichen und fast computerfreien Wochenende. Auf dem Rückweg haben wir heute noch einen Abstecher nach Bremen zur Ausstellung „Graben für Germanien“ gemacht, die vorab von verschiedenen Bekannten hoch gelobt wurde.

Ich war ziemlich enttäuscht. Weiterlesen

Von Mann und Weib und ihrem Schmucke…

Dieses Blog soll nicht nur Image-Präsentation und Information liefern, sondern – zumindest ist so meine Hoffnung – auch als Diskussionsanregung dienen.

Mich treibt seit einiger Zeit eine Frage um, die – natürlich – mal wieder etwas mit Authentizität zu tun hat. Na, sagen wir mal, mit „stimmiger Darstellung“, dann muß ich in diesem Beitrag das böse A-Wort nicht so häufig verwenden.
Wer sich auf dieser Seite umgesehen hat, wird unweigerlich festgestellt haben, daß wir mitnichten eine feste Grabdarstellung anstreben, d.h. es gibt nicht „das eine Grab“ in Birka, das wir nachstellen. Trotzdem möchten wir eine einigermaßen stimmige Darstellung haben. Und dazu gehört meiner Meinung nach, daß man sich soweit möglich an Dinge hält, die in Gräbern gefunden wurden, besonders beim Schmuck. (In allen nachfolgenden Behauptungen gehe ich von Birka-Fundlage aus, nicht Haithabu oder andere Orte. Alle Angaben meines Wissens nach, korrigiert mich gerne mit Angabe der Grabnummer, wenn ich irgendwo falsch liege!)

Jetzt die Gretchenfrage: Wie streng sollte man auf das Geschlecht des Begrabenen achten?

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