Grundausstattung für den Nachwuchs

Der eine oder andere Leser wird schon mitbekommen haben, daß wir im Oktober – rechtzeitig zur HIKG – Nachwuchs erwarten. Und der wird bereits fröhlich eingekleidet… Von Neustadt-Glewe habe ich wendegenähte Babyschuhe von Snorri mitgebracht und auf dem Hábrok-Markt habe ich eine Gürtelgarnitur magyarischer Machart bei Vlad von den Silverwolf erstanden.
Dazu wurde heute Babykleidung von Othala Craft geliefert – allerdings in verschiedenen Größen. Die Tunika wird der Junior bereits abgelegt haben, wenn er in die Pluderhosen reingewachsen ist.
Trotzdem niedlich.
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Ein über-lebensgroßer Wikinger

Auf dem Heerbann wurden viele gute Fotos gemacht, Unter anderem eines von Arnulf und seinen Kampfgefährten vor geradezu epischer Wolkenkulisse.
So ein Bild ist natürlich eine tolle Erinnerung an ein solches Wochenende. Und nebenbei ein schönes Mitbringsel für die daheimgebliebene Freundin!

Es wäre viel zu schade, so ein Foto auf irgendeiner Festplatte verstauben zu lassen, weshalb Arnulf schon zu Beginn den Wunsch hatte, das Bild auszudrucken und irgendwo aufzuhängen.
Final blieb es dann nicht bei „ausdrucken“ und „irgendwo aufhängen“, denn im Wohnzimmer gab es noch eine große, viel zu weiße, Altbauwand.

Jetzt nicht mehr.

Frisch geliefert und ausgepackt lehnt die Leinwand am Esstisch

Frisch geliefert und ausgepackt lehnt die Leinwand am Esstisch

Der zivile Wikinger und sein übergroßes Ebenbild

Der zivile Wikinger und sein übergroßes Ebenbild

Der „Ausdruck“ wurde ein Leinwandbild auf Keilrahmen in der Größe 2,0m * 1,5m. Bestellt haben wir das Bild bei Poster-XXL und beim Preis lohnt es sich noch deutlicher als sonst, online nach einem Rabatt-Code zu gucken.
Trotzdem bleibt es weder das günstigste Souvenir von einer Veranstaltung, noch die günstigste Wanddekoration. Wohl aber eine sehr individuelle und persönliche.

Das geniale Foto wurde von The Foto Forge gemacht. Vielen Dank dafür!

Frühjahrsmarkt Haithabu

In diesem Jahr lag Ostern nicht besonders früh und nicht besonders spät, aber besonders kalt. Am Montag der Karwoche meldete Familie Barkmann von den Vorbereitungen zum Frühjahrsmarkt in Haithabu, daß erst einmal die Schneefräse für Ordnung sorgen mußte. Ob dieser ungünstigen Witterung waren wir plötzlich nicht mehr furchtbar traurig, daß es zum Lagern nicht klappte – aber ein Tagesbesuch sollte es doch sein.
Also wurden die nur leicht widerstrebenden Eltern überredet, wie in besten Teenagerzeiten Chauffeur zu spielen und ab ging es vom Ferienhaus zur Handelsmetropole an der Schlei.

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„Graben für Germanien“, Focke-Museum Bremen

So, da sind wir wieder von einem ereignisreichen und fast computerfreien Wochenende. Auf dem Rückweg haben wir heute noch einen Abstecher nach Bremen zur Ausstellung „Graben für Germanien“ gemacht, die vorab von verschiedenen Bekannten hoch gelobt wurde.

Ich war ziemlich enttäuscht. Weiterlesen

Von Mann und Weib und ihrem Schmucke…

Dieses Blog soll nicht nur Image-Präsentation und Information liefern, sondern – zumindest ist so meine Hoffnung – auch als Diskussionsanregung dienen.

Mich treibt seit einiger Zeit eine Frage um, die – natürlich – mal wieder etwas mit Authentizität zu tun hat. Na, sagen wir mal, mit „stimmiger Darstellung“, dann muß ich in diesem Beitrag das böse A-Wort nicht so häufig verwenden.
Wer sich auf dieser Seite umgesehen hat, wird unweigerlich festgestellt haben, daß wir mitnichten eine feste Grabdarstellung anstreben, d.h. es gibt nicht „das eine Grab“ in Birka, das wir nachstellen. Trotzdem möchten wir eine einigermaßen stimmige Darstellung haben. Und dazu gehört meiner Meinung nach, daß man sich soweit möglich an Dinge hält, die in Gräbern gefunden wurden, besonders beim Schmuck. (In allen nachfolgenden Behauptungen gehe ich von Birka-Fundlage aus, nicht Haithabu oder andere Orte. Alle Angaben meines Wissens nach, korrigiert mich gerne mit Angabe der Grabnummer, wenn ich irgendwo falsch liege!)

Jetzt die Gretchenfrage: Wie streng sollte man auf das Geschlecht des Begrabenen achten?

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Der Gürtel vom orientalischen Typ aus Birka Grab 716

(EDIT: Größere Überarbeitung inkl. Übersichtsfoto des vollständigen Gürtels).

In Grab 716 in Birka wurden neben Kaftanknöpfen und anderem Schmuck auch die Beschläge eines Prunkgürtels im orientalischen Stil gefunden. Solche Prunkgürtel sind von vielen östlichen Völkern, u.a. den Magyaren, aus dem Kalifat, dem Gebiet der Wolgabulgaren, der Chasaren und Awaren und der Sogden bekannt und zeigen den Status des Trägers in der (Krieger-)Hierarchie an. Eine Besonderheit der Gürtel sind die nichtfunktionalen Schmuckriemen, die teilweise bis über die Knie hinabhängen und über den Leibriemen geschlungen werden. Manche Gürtel besitzen zwei oder mehr Schmuckriemen, die teilweise sogar horizontal durch einen weiteren beschlagenen Riemen miteinander verbunden sind.

In Birka wurden mehrere Reste reich beschlagener Gürtel gefunden, einer davon typisch magyarisch und der aus Grab 716 eben orientalisch. Einen solchen wollte ich mir für letztes Jahr als Reproduktion gönnen.

Ich habe mir also jeden der insgesamt 4 verschiedenen Beschläge beim Podol jeweils einmal bestellt und eine naive Zeichnung anhand der originalen Fundzeichnungen angefertigt, um die Position der Beschläge herleiten zu können. Es war nicht ganz einfach – denn natürlich war alles Leder im Grab vergangen; die Rekonstruktionszeichnungen widersprachen sich teilweise und zu allem Überfluß waren 4 der Beschläge auch noch mit einem Lederband zusammengebunden, womöglich als Ersatzteile.

Gürtelidee zu Bj716

Gürtelidee zu Bj716

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Waschechte „Fan-Art“

Da das Archäologische Landesmuseum Oerlinghausen nicht so weit von unserem Wohnort entfernt ist, hatten wir auf dieser Veranstaltung ziemlich viel Besuch von Arbeitskollegen. Die gucken ja immer ganz gern, was man denn für ein „wildes“ Hobby hat.
Besonders begeistert war der Sohn einer von Frenjas Arbeitskolleginnen. Es bedurfte nach Veranstaltungsende nicht nur sehr viel Überredungskunst um ihn zum Gehen zu bewegen, nein, seine Mama durfte mit ihm anschließend auch das Wikingerzelt nachbasteln. Mit Personen. Aus Kastanien!
Heute gab es die Fotos von der ersten, offiziellen „Sippe Guntursson-Fan-Art“! 😉

Das Zelt, mit einem Frenja-Nachbau in der Mitte (mit den vielen Federn).

Das Zelt, mit einem Frenja-Nachbau in der Mitte (mit den vielen Federn).

Der bastelnde Nachwuchs-Wikinger.

Der bastelnde Nachwuchs-Wikinger.

Nachwuchs-Wikinger bei der Recherche

Nachwuchs-Wikinger bei der Recherche

Wie ein Schwamm hat er alles in sich aufgesogen, wusste am Ende sogar, wie viele Naalbinding-Stiche es gibt und wie viele Frenja kann, hat einen Lamellen-Panzer angehabt, ein Schwert geschwungen und alles getestet, was man eben so testen muss, um herauszufinden, ob „Wikinger“ ein passender Berufswunsch ist.

Liebe Carola, sobald er gut genug schwimmen kann, kommt er mit auf Kaperfahrt!

Eine Lehne! Endlich!

Ein großer Wunsch für die nächste oder irgendeine Saison waren Möbel mit Rückenlehne. Außer, wenn man auf dem Boden sitzt, kann man sich auf Märkten nämlich nie so recht anlehnen – das Zelt gibt zu stark nach, die Bänke und Hocker sind auch lehnenlos.

Also frug der Arnulf den Tobias: „Machst Du auch feine Lagermöbel?“ Und der Tobias sprach: „Ja klar.“

Und das ist das Resultat.

Lagerbank und -tisch

Lagerbank und -tisch

Die Möbel sind aus massiver Esche gefertigt und sehr fein gearbeitet. Die Lehne an der Bank (davon haben wir zwei) ist natürlich herausnehmbar, damit eine Zweimannbank daraus wird. Danke an Tobias für die sehr schnelle und unkomplizierte Herstellung und Auslieferung 🙂

Kurze Hosen braucht der Mann

IMG_4030Es gibt Dinge, die man einfach nicht genug haben kann. Für jemanden, der im Kampf auch mal des Öfteren rabiaten Bodenkontakt hat, sind das: Hosen.
Besonders Schleswig hat Arnulf aufgezeigt, dass der Hosenbestand einfach noch nicht ausreicht, denn dort gab es Bodenkontakt UND Regen.

Und da Frau sich nicht nachsagen lassen möchte, dass sie Schuld ist, wenn der Herr des Hauses mit ewig nassen und matschigen Hosen herumläuft, gab es heute eine neue Buchse für Arnulf.

Aus reinem, mittleren Wollköper und endend direkt unter dem Knie. (Und man beachte auch die neue Tasche!)

Hier erkennt man die Farben besser

Hier erkennt man die Farben besser

Eine Birka-Gürteltasche mit Fellbesatz

Es sind oft die kleinen Dinge im Reenactorleben, die einen nerven. Die Kleeblattfibel, die man so hübsch findet: Frauengrab, also verboten. Die Möbel aus Baumarktholz – gehen alle Naslang kaputt. Die praktische Birka-Gürteltasche: Einen Tick zu groß. Das haben wir in Stockholm bei der Besichtigung des Originals festgestellt. Mist. Also nochmal neu.

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