Hnefatafl – Geschichte und Regeln

Geschichte des Hnefatafl

Das Hnefatafl-Spiel ist ein sehr altes Brettspiel, das aus diversen Sagas sowie von zahlreichen Funden (Spielsteine) aus der Wikingerzeit bekannt ist. Vermutlich war es etwa im 10. Jahrhundert bekannt und vor allem im Einflußbereich der Wikinger beliebt. Funde von Spielsteinen sind u.a. in Birka (z.B. Grab 750) und Haithabu zu verzeichnen.

Auch wenn der Begriff „Wikingerschach“ naheliegt, ist das Spiel doch sehr unterschiedlich zum späteren „Spiel der Könige“. Zwar gibts auch hier einen König oder Fürsten – „Hnefí“ heißt „Faust“ oder auch „König“ – aber die Regeln sind doch sehr anders.

Hnefatafl-Brett

Hnefatafl-Brett

Spielprinzip

Gespielt wird auf einem Brett, das zwischen 9*9 und 13*13 Felder hat. Man sieht verschiedene Zusammenstellungen von Brettern und Figuren, aber wichtig ist, daß es ein Feld exakt in der Mitte gibt. Dort steht der Hnefí, der König. Umringt ist er von einem Dutzend seiner Hauskerle, aufgestellt in Form eines auf der Spitze stehenden Quadrats. Diese schützen ihn und müssen ihm dabei helfen, eine der vier Ecken des Bretts zu erreichen. In jeder der Ecken befindet sich nämlich eine der Festungen des Hnefí, in der er Zuflucht vor den Angreifern sucht.

Die Angreifer

Hnefatafl-Steine aus Birka (Grab 750)

Hnefatafl-Steine aus Birka (Grab 750)

Die Angreifer greifen aus allen Himmelsrichtungen an. Ob von Norden, Süden, Osten oder Westen – auf jeder Seite des Bretts stehen 6 Angreiferfiguren, die in einer Fünferreihe mit dem sechsten Mann als Vorhut aufgestellt sind. Sie wollen verhindern, daß der König eine rettende Festung erreicht und ihn gefangennehmen (bzw. schlagen).

Züge

Jede Figur darf – wie der Turm im Schach – in einem Zug beliebig viele Felder in einer geraden Linie zurücklegen. Das Feld, auf das sich die Figur bewegen will, muß frei sein – es darf also keine andere Figur darauf stehen. Ein Zug der Huscarle oder Angreifer darf nicht auf dem Thron, also dem Mittelfeld enden – sie dürfen lediglich darüber hinwegziehen. Je nach Regelwerk bietet es sich auch an, die Festungen nur für den König zugänglich zu machen, denn sonst wird das Spiel für die Verteidiger unausgewogen schwer.

Schlagen von Figuren

Hnefatafl-Erklärbär

Hnefatafl-Erklärbär

Eine Figur wird geschlagen, indem sie von zwei Figuren in einer geraden Linie umzingelt wird. Auch Mehrfachschläge sind – je nach Regelauslegung – möglich. Die Festungen und der Thron können ebenfalls benutzt werden, um eine Figur, die direkt vor ihnen steht, zu schlagen. Diese steht dann quasi „mit dem Rücken zur Wand“. Die Ränder des Bretts gelten hingegen nicht als Wand, an der ein Schlagen möglich ist.

Jede Figur kann schlagen und geschlagen werden. Der König muß jedoch an allen vier Seiten (oder an drei Seiten und einem Brettrand) umzingelt sein, um geschlagen werden zu können.

Eine Partie Hnefatafl ist in der Regel deutlich schneller als ein Schachspiel und der zahlenmäßige Vorteil der Angreifer wirkt sich nicht so stark aus wie zu vermuten wäre. Wir haben auf Märkten schon mit 8-jährigen Besucherkindern gespielt, die das Spiel nach zwei Partien verstanden hatten…

Weitere Informationen

Sehr informative Seite mit Erklärungen zu Historie und Spielprinzip: hnefatafl.net

Taflsteine

Taflsteine: Der König und seine Huscarle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.